Schauspiel

Ich betrachte das Schauspielen als eine Art Nebentätigkeit, die mir viel Spaß bringt.

Nachdem ich Mitte der 90er Jahre meine Musicalausbildung auf der Stage School in Hamburg trotz erstem, jemals vergebenen Vollstipendium abgebrochen hatte, spielte ich im Hamburger "Delphi Palast" die Titelrolle des Starclub-Musicals "Pico", das nach deutschlandweitem Casting Ende der 90er Jahre aufgeführt wurde.

Ein knappes Jahr später stieg ich aus - entgegen aller Meinung, ich dürfe diese gutbezahlte und sichere Stelle nicht aufgeben. Wer würde schon von einer Hauptrolle zurück treten? aber ich wollte noch mehr in die Tiefe gehen!

Mich faszinierte die amerikanische Schauspielmethode "The Method" begründet von Lee Stressberg (beruhend auf einer Methode von Konstantin Stanislawski) . Berühmte Schauspieler wie Robert De Niro, Dustin Hoffman oder Al Pacino praktizierten bereits das "Method Acting" und ich wollte diese Methode lernen, um genauso gut in meine Rollen eintauchen zu können.

Also kündigte ich meine Wohnung in Hamburg, kratzte mein letztes Geld zusammen und flog nach New York. Dort mietete ich mir ein Zimmer in dem spanischen Viertel des Stadtteils Brooklyn / Williamsburg. Gott meinte es gut mit mir, denn in meinem Zimmer stand zufälligerweise ein Flügel, auf dem ich spielen durfte.

Amerika ist in vielen Dingen unkompliziert, wie ich merkte: ich fand eine Schauspielschule, in der ich gegen Cash-Vorlasse einen ganzen Nachmittag lang Unterricht bekam. Diese "Daily classes" wurden in Manhattan von

Marcia Haufrecht unterrichtet, einem Mitglied des "The Actors Studio".

Ich erinnere mich, wie ich mich in der ersten Stunde bereits mit 10 weiteren Schülern auf dem Boden wiederfand, ein "aaaaahhh"-Ton in einer bestimmten Frequenz führe innerhalb weniger Minuten dazu, dass ich Rotz und Wasser heulte. Das war es, was ich wollte: Echte Gefühle zeigen und realistisch Schauspielen!

In den kommenden Wochen und Monaten folgten Monologe, Dialoge und Szenen, die mich dem authentischen Spielen näher brachten.

Unter anderem komponierte ich in NY auf meinem Zimmer-Flügel den Song "In Love With a Dream", nachdem ich mich hoffnungslos in meine Schauspiel-Kollegin Aleta verliebte hatte (zu hören auf meinen telephone calls to NYC"). Dieser Song sollte dann später der Titel unseres ersten Top-10 "Orange Blue" Albums werden.